„Auch in scheinbar unscheinbaren Dingen lassen sich großartige Kunstwerke entdecken, die oft auf den ersten Blick verborgen bleiben“ (Michael Joest)

Dieses Motto begleitet mich kontinuierlich bei meiner fotografischen Arbeit. Oftmals sind es ganz einfache Dinge, die beim erneuten Betrachten einer Szene ins Auge fallen – eine Reflexion, ein Schatten, eine geometrische Form. Das vermeintliche Gesicht im Stamm eines Baumes oder Fantasiefiguren in den Wolken hat bestimmt jeder schon in seiner Kindheit gesehen. Diesen neugierigen Blick auf die teils gewöhnlich anmutende Umgebung versuche ich zu bewahren und immer wieder neu zu entdecken.

Angefangen hat die Fotografie im Alter von etwa fünf Jahren, als ich erste Gehversuche in der Dunkelkammer meines Großvaters unternommen habe. Damals fand ich das orange-farbene Dämmerlicht spannend und unheimlich zugleich. Als ich kurz danach mit einer Kodak Instamatic Kassettenfilmkamera Schnappschüsse in Urlauben festhalten konnte, stieg die Begeisterung für die Materie. Lange Zeit habe ich im quadratischen Format – tatsächlich kannte man noch kein Instagram – allerlei Witziges und Unmögliches festgehalten. 


Im Laufe der Jahre modernisierte die fortschreitende Digitaltechnik die analoge Lichtzeichnerei. Die Möglichkeit, Fotos ohne teure Entwicklungskosten und -zeiten direkt auf dem Kameramonitor nach der Aufnahme betrachten zu können, fesselte mich. Nun waren viele Experimente möglich und vereinfachten die Motivsuche und deren Optimierung. Nach einem mehrjährigen Einsatz von Olympus-Systemen erfolgte im Jahr 2003 der Schritt zur Spiegelreflextechnik von Canon, als mit der EOS 300D ein Modell für den Consumerbereich vorgestellt wurde. Mit den bis heute benutzten Canon EOS-Systemen gelang es mir, selbst bei schwierigen Lichtsituationen und bewegten Motiven ansehnliche Ergebnisse zu erzielen.

Nach einem Umzug in das Rhein-Main-Gebiet startete ich auf der vergeblichen Suche nach fotografisch künstlerischen Inhalten das Projekt „Kunst vom Feld„, mit der Idee, tägliche Schnappschüsse aus der Region mit witzigen und manchmal lehrreichen Versen zu unterlegen. Nach etlichen Pressemeldungen und einer Zusammenarbeit mit einem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender fand die Plattform ein schnell wachsendes Publikum und zählt in Spitzenzeiten derzeit rund 6.000 Besucher am Tag. Im lokalen Buchhandel sind inzwischen Postkarten und Kunstdrucke erschienen. 

Die Fotografie bleibt weiterhin ein wunderschönes Hobby von mir, das nebenbei zu unzähligen Preisen und Auszeichnungen führte.